Stewart Island

Hello again! Nach einiger Zeit wollen wir uns mal wieder zu Wort melden. Wir hoffen, ihr seid alle gut ins neue Jahr gekommen. Bei uns hielt sich das "Feierausmaß" in Grenzen. Weihnachten hatten wir ja wie beschrieben mieses Wetter. Deshalb haben wir uns zwischen den Feiertagen mit wetterfester Kleidung eingedeckt und sehen nun fast so aus wie all die Outdoor-Touris, über die wir immer gelästert haben. Schick aussehen können wir ja dann in Deutschland wieder 😉 Die neuen Klamotten konnten wir dann am selben Abend noch einem Härtetest unterziehen, als wir zum Pinguin-Watching gegangen sind. Auf der Otago Halbinsel gibt es eine kleine Bucht, in der man die kleinen Blue Penguins beim nach Hause kommen beobachten kann. Nach kurzem Regenguss durften wir bei Einbruch der Dunkelheit auf die Beobachtungsplattform. Da gibt es dann Licht, welches die Pingus nicht sehen können, wir sie aber dafür umso besser! Und meine Güte, waren die süß!!! In Gruppen von etwa 5 Pinguinen kommen sie durchs Wasser geschnellt, rutschen dann auf dem Bauch auf den Sand, stehen auf, verscheuchen erst mal die Möwen, die fast doppelt so groß sind wie sie selbst, müssen noch einige Felsen überwinden und watscheln dann ganz flink den Berg hoch zu ihrem Nest. Ganz süß ist, dass die Kleinen immer aufeinander warten, damit auch ja keiner verloren geht. Wir versuchen mal ein Video bei den folgenden Fotos mit hochzuladen. Am 30. hatten wir, unglaublich aber wahr, unser Zehnjähriges. So lang sind wir schon zusammen! Wir haben uns mit Essen gehen belohnt, das erste Mal hier. Am 31.12. hat dann endlich mal wieder richtig die Sonne geschienen. Also haben wir den ganzen Tag die Sonne am wunderschönen Allans Beach genossen. Ins Wasser konnten wir nicht, das hat immer noch nur ca. 13Grad. Hier gab es dann gen Ende des Badetags noch einen kleinen Zwischenfall. Schon als wir ankamen, sahen wir im Wasser einen Seelöwen, der auch immer mal ein Stück aus dem Wasser geschaut hat. Kurz bevor wir gehen wollen, kommt hinter uns ein Paar entlanggewandert. Er ist recht groß... Mit einem Mal kommt der Seelöwe aus dem Wasser geschnellt und auf uns alle zu. An den Stränden ist zu lesen, dass man mindestens 10m Abstand halten soll, und die Tiere die ersten 20m extrem schnell zurücklegen können. Als sich der Seelöwe immer weiter aus den Wasser bewegt, haben wir in Null Komma nichts unsere Sachen zusammengerafft und treten den Rückzug an. Das tut auch das Paar neben uns, immer wie gelernt mit dem Blick zum Tier (vielleicht um ihm zu signalisieren, dass man ihm sein Gebiet überlässt). Dann geht der Koloss zurück planschen und wir können uns entspannen. Abends kochen wir gemütlich und gehen kurz vor 12 zum Octagon, dem Stadtkern, zum Feuerwerk. Das ist im Vergleich zu Hamburger Feuerwerken eher lächerlich und 10min nach Ende des Feuerwerks ist der Platz halbleer. Auf dem Nachhauseweg wünschen sich alle ein Happy New Year und wir sind halb 2 im Bett. Die verbleibenden Tage in Dunedin haben wir dann noch ein Geburtstagsgeschenk für Dani erstanden - einen Dremel für die Bearbeitung der Cat's eyes. Den hat sie mittlerweile auch ein paar Mal glücklich - mit Schutzbrille und hochkonzentriert - zum Einsatz gebracht. Zwei Mal waren wir auch noch am Strand gegenüber der Otago, von wo wir Royal Albatrosse sehen konnten, sehr beeindruckend mit über 3m Flügelspannweite. Am 5.1. sind wir dann weiter in die Catlins gefahren. Wieder eine Woche ohne Fernsehen und Internet, und dazu noch mit extrem schlechter Wettervorhersage. Tatsächlich konnten wir nur an 3 der 7 Tage aus dem Haus, weil es sonst quasi dauergeregnet hat. Die 3 Tage haben aber durchaus gereicht, um die "Highlights" der Gegend zu erkunden. Am Nugget Point und in den Buchten war es wirklich schön, manch anderes Highlight hätten wir uns auch sparen können. Und wie angedeutet hat das Wetter uns ein wenig die Gegend und die Laune verhagelt. Zum Glück gab es einen DVD Player, eine größere Filmauswahl und abends immer ein leckeres Weinchen, welches uns insbesondere über folgendes hinweghelfen musste: in den Catlins gibt es nicht so viele Unterkünfte, die überhaupt in unser Budget passen. Wir haben also ein Schnäppchenhaus gebucht, welches für den Preis auch echt ok ist. Wie immer in der totalen Einöde, aber dieses Mal eine moderne Dusche. Wir gehen so durchs Haus und entscheiden: ja, passt. Als wir zur Haustür herausgehen, ist da noch eine Tür. Wo die wohl... Och nö... Echt jetzt?!? Im Badezimmer fiel es uns nicht auf... Die Toilette ist hier draußen. Schluck. Nun gut, wir haben es überlebt, waren jeden Abend nochmal schön vorm Schlafen gemeinsam draußen, sodass einer Wache (vor Spinnen und anderen Insekten, nicht etwa Menschen) stehen konnte... Dass es da unbeheizt war, brauch ich wohl nicht zu erwähnen. Und dann hieß es am 12. weiter nach Stewart Island. Da wollte ich (Biene) unbedingt hin. Die Fähre hatten wir schon vor einigen Wochen gebucht& Dani war üüüberhaupt nicht amused, als für die einstündige Überfahrt mal eben 150Dollar PRO PERSON aufgerufen wurden. Ich stand also unter Druck. Wenn das jetzt nicht schön wird, kann ich mir sicher was anhören. ;-) Und der Blick auf die Wettervorhersage verspricht nichts gutes. Die einzigen Unterkünfte unter 300 Dollar pro. Nacht sind Backpacker und B&Bs, wir haben uns für das vor wenigen Jahren renovierte Backpackerhostel entschieden. Und freuen uns auf eine zwar geteilte, dafür aber wieder innenliegende Toilette. Da wir überall vom Wellengang gelesen haben, erstehen wir noch schnell Reisetabletten und werfen uns diese vor Abfahrt ein. Und oh Mann, waren die wichtig. Die Wellen sind riesig, das Boot wird nur so hin- und hergeworfen. Zum Glück ist nach 1 Stunde alles vorbei und wir auf der Insel. Dort gibt es genau einen Ort mit knapp 400 Einwohnern, der Rest ist Nationalpark. Da die Insel so südlich liegt, wird es hier auch im Sommer nur 16 Grad im Schnitt. Wir kommen im Hostel an, unser Minizimmer ist zumindest sauber, dann kommen aber die Toiletten... Überhaupt kein Gewinn. Spinnen, Mücken usw überall, das Fenster trotzdem sperrangelweit offen, über der Dusche klafft ein riesiges schwarzes "Abluftrohr"Loch ohne Abdeckung, dafür aber mit freier Sicht auf riesige Spinnweben. Dazu hat man sich bei der Renovierung auch gedacht, dass zum beheizen des gesamten Hauses ein kleiner Feuerofen ausreicht. Klar, bei den Toptemperaturen!!! Zumindest gibt es Wärmflaschen und so geht es nachts. Die Toilettengänge werden dennoch auf die Minimalzahl begrenzt. Da sind einige öffentliche Toiletten hier auf der Insel besser gepflegt! Aber erneut versichern uns andere Reisende, dass dies aus ihrer Sicht eines der besseren Backpacker auf ihrer Reise ist (wir Prinzesschen)... Den ersten Abend über regnet es, ist kalt und so sinkt unsere Stimmung. Am nächsten Tag sieht es aber draußen gar nicht so schlecht aus und wir machen eine kleine Wanderung auf der Insel, stündlich unterbrochen durch einen kurzen Regenschauer. Darauf waren wir aber gut vorbereitet, das Wetter hier wird überall als sehr wechselhaft beschrieben. Außerdem bietet der dichte Regenwald jede Menge Unterstellmöglichkeiten. Nach kurzer Wanderung kommen wir von einer traumhaft aussehenden Bucht in die nächste. Wir sind beide ganz hingerissen. Das Wasser ist glasklar und wir genießen die Sonne. Einfach spektakulär. Am nächsten Tag wandern wir in die andere Richtung, wieder entlang wunderschöner Buchten zum - Achtung - Acker's Point. Von dort sehen wir die wunderschönen Buller Albatrosse, dann entdecken wir, dass sich da was im Wasser bewegt. Delfine! Die springen immer wieder aus dem Wasser. Wir sind begeistert. Nach 6 Stunden Wanderung an 2 aufeinanderfolgenden Tagen sind wir fix und foxi, auf dem Rückweg entdecken wir aber am Hafen ein heimkehrendes Fischerboot, begleite von den Albatrossen. Also flitzen wir dort noch hin und sehen diese wunderschönen Vögel aus nächster Nähe - Fotos folgen. Abends bekommen wir nochmal Blue Penguins kostenlos zu sehen, die sind auf der Insel relativ unbedroht und eine Kolonie hat ihre Nester gleich in Hafennähe. Danach unternehmen wir kurz den Versuch, einen Kiwi zu sehen. Die sollen nachts auch übers Rugbyfeld laufen. Wir hören sie auch, bei Vollmond, den wir haben, ist es ihnen wohl aber zu hell. Wir sehen ohnehin schon nichts, es ist kalt, also geben wir nach 20min auf. Wir werden uns den Kiwi wohl eher im Zoo ansehen. Am 15. müssen wir wieder abreisen. Die 3 Tage auf Stewart Island waren definitiv ein Highlight dieser Reise (unabhängig von der Unterkunft) und wir hatten richtig Glück mit dem Wetter. Ein paar Kiwis in unserem Hostel wollten die Insel mit dem Kayak umrunden&haben nach 1 Woche Regen aufgeben müssen. Trotz starkem Wind ist die Überfahrt auf dem Rückweg entspannter. Jetzt machen wir gerade Zwischenstopp in Invercargill. Die Stadt ist eher unspektakulär, wir sind aber ganz selig, weil wir ein eigenes, sauberes, innenliegendes Badezimmer haben und unsere Lebensmittelvorräte aufstocken können. Morgen geht's nach Queenstown und nach 3 Tagen weiter Richtung Lake Tekapo. Dort haben wir endlich wieder durchgehend 20 Grad. Die scheint ihr in Deutschland ja auch schon fast zu haben!

1 Kommentar 16.1.14 05:50, kommentieren

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Weihnachten in NZ

Zurück in der Zivilisation! Da sind wir wieder, inklusive Telefon und Internet. Das ist doch sehr schön nach 2 Wochen, in denen wir hin und wieder an der EINEN Stelle im Ort mit Empfang in einer Einfahrt in unserem Auto mit unseren Smartphones saßen (und sich die Hauseigentümer sicherlich fragten, was das für ein verdächtiges Fahrzeug in ihrer Einfahrt ist) oder bei Wanderungen auf dem einen oder anderen Berg mal Empfang hatten. Nichtsdestotrotz hatten wir 2 tolle, erholsame Wochen in unserem Häuschen auf der Banks Peninsula. Die Fotos von der tollen Umgebung und dem Haus habt ihr ja schon bekommen. Um uns gab es nur Ruhe, Vogelgezwitscher und Kühe. Daran mussten wir uns erst einmal gewöhnen, vor allem auch an die interessante Duschkonstruktion. Wie hier üblich gab es einen Wasserhahn für kalt und warm, auf die man dann einen Schlauch stülpen musste, sodass sich das Wasser vermischt. In den 2 Wochen haben wir nicht allzu viel gemacht - gelesen, fast jeden Tag auf der Terrasse mit dem grandiosen Blick gefrühstückt und die Gegend erkundet. Ein Mal haben wir einen Ausflug nach Akaroa gemacht, ein sehr hübscher Ort mit französischen Wurzeln. Dort sind wir Segeln gewesen und durften jeder einmal selbst ans Steuer. Highlight der Tour war Wildlife-Spotting, dieses Mal Hector Delfine, die kleinste und seltenste Delfinart der Welt. Da wir nur zu viert auf dem Boot waren, hatten wir beste Sicht auf die auf der Welle vor unserem Boot surfenden Tierchen. Und Pinguine haben wir auch wieder gesehen. An einem anderen Tag haben wir das im Haus zur Verfügung stehende Schlauchboot auf unserer Bucht ausgetestet - was für ein Spaß! Am 19.12. sind wir dann nach Dunedin gekommen und haben unser Apartment bezogen. Dunedin ist mit 120.000 Einwohnern eine der größeren Städte auf der Südinsel und wirklich hübsch. Leider gab es hier an Tag 2 einen kleinen Zwischenfall. Einige von Euch hatten ja schon nach dem Erfolg von Danis Hypnosetherapie gefragt. Nun nachdem wir 2 Wochen in der totalen Natur auf Begegnungen mit achtbeinigen Geschöpfen vorbereitet waren und auch die eine oder andere Spinne erlegt haben, fühlen wir uns in unserer modernen Stadtwohnung sehr sicher. Und dann der Schock. Als Dani aus der Dusche kommt und sich ein Handtuch ins Haar machen will, springt sie plötzlich schreiend zurück, als sich eine riesige Spinne von ihrem Handtuch abseilt. Die Spinne landet auf Danis Tasche und krabbelt dahinter. Wir holen unseren Nachbarn zur Hilfe und finden die Spinne nicht am vermuteten Ort hinter der Tasche. Also müssen wir das gesamte Zimmer absuchen, um unseren Schlaf sicherzustellen. Jedes Kleidungsstück wird ausgeschüttelt, die Stühle umgekippt...nichts. Irgendwann sind wir so genervt vom Suchen, dass es uns lieber ist, dem Vieh wieder zu begegnen als es nicht mehr zu finden. Als Dani ihren Koffer unterm Bett hervorzieht, bleibt ein kleines Häufchen auf dem Teppich zurück. Sie hat sie tatsächlich selbst erlegt. Unser Nachbar entfernt die Überreste und versichert uns, dass es sich wirklich um ein großes Exemplar handelt, das sogar beißen kann. Aha... Zusammenfassend kann man also sagen, die Hypnosebehandlung vor der Abreise war nur mäßig erfolgreich. Seitdem jedoch keine weiteren Vorfälle und mittlerweile schlafen wir sehr gut. Dann haben wir einen Walk zum Tunnel Beach unternommen, ein sehr schöner Strand mit riesigen Sandsteinfelsen. Das besondere daran ist: der Zugang ist nur über Privatgelände möglich, und vor vielen Jahren hat der Politiker, dem das Land gehörte, einen Tunnel zum Strand bauen lassen, damit seine Familie selbigen ohne Beobachtung durch die Öffentlichkeit nutzen kann. Nach dem Spinnendesaster ist Dani total begeistert davon, sich durch den dunklen, engen Tunnel zu bewegen. Die Überwindung wird jedoch durch den spektakulären Strand belohnt. Weihnachten waren wir nur im Kino ( Hobbit quasi am Drehort) und haben gekocht. Leider mussten wir feststellen, dass wir Heiligabend im hiesigen Sommer tatsächlich läppische 7Grad mehr haben (und dazu Regen) als zu Hause. Dafür sind wir also 18.000km von zu Hause entfernt?! Die Weihnachtstage hat es fast durchgehend geregnet und wir sind froh, dass wir genügend Zeit haben, um auf die sonnigen Tage zu warten. Heute sind wir dann tatsächlich kurz nach 4 (morgens !!!!) aufgestanden, um zum Sonnenaufgang und bei Ebbe (das fällt ja eher selten zusammen) an den Moeraki Boulders zu sein, den riesigen alienartig, runden Steinen am Strand. Leider war es wieder bewölkt, dafür waren wir aber bis auf eine kurze Unterbrechung völlig allein an diesem magischen Ort (Fotos folgen). Wir sind jetzt noch bis zum 5.1. hier. Für Silvester haben wir noch nichts geplant, wir lassen das Wetter entscheiden, ob wir draußen sein können. Danach geht's noch weiter gen Süden, erst für eine Woche in die Catlins, wo wir wieder keinen Empfang haben werden (also auch über Danis Geburtstag) und anschließend nach Stewart Island, südlicher kann man nicht kommen, danach kommt nur noch die Antarktis (da fahren wir aber dieses Mal noch nicht hin-man muss sich ja Highlights bewahren)! Nach Stewart Island werden wir uns dann nach und nach Richtung Norden durchhangeln. Wir machen uns also quasi auf den Rückweg nach Hause 😉 Wir vermissen euch alle sehr! Passt auf euch alle auf und kommt gut ins neue Jahr!

1 Kommentar 28.12.13 03:02, kommentieren

Tal der Ahnungslosen

Ihr Lieben, wir wollten uns nur kurz abmelden, da so gleich alle Bescheid wissen! Wir sind jetzt für 2 Wochen in Port Levy auf der Banks Peninsula vor Christchurch. Hier haben wir ein kleines gemütliches Ferienhaus mit Blick aufs Meer. Was wir nicht haben, ist Telefon-oder Internetempfang. Wir tauchen also ab...und melden uns ab dem 19.12. wieder aus Dunedin. Bis bald Dani & Biene

1 Kommentar 7.12.13 01:45, kommentieren

Neuseeland 2

First of all: Wahnsinn, der Blog hatte bisher 535 Besucher!!! Wir wünschen allen einen schönen 1. Advent! Diesen verbringen wir in Kaikoura in der Hoffnung auf schönes Wetter um mal wieder unsere Wanderflipflops zu bemühen und diese tolle Halbinsel weiter zu erkunden. Doch spulen wir erst einmal noch etwas zurück nach Christchurch. Dort hat es das Wetter leider nicht so gut mit uns gemeint, was dazu geführt hat, dass wir uns viel in unserem schönen Apartment und auch in den Shoppingmöglichkeiten der Stadt aufgehalten haben. Da hier vor und nach Weihnachten richtig mit Rabatten um sich geworfen wird, sind wir nun stolze Besitzer von 2 Campingstühlen für gelegentliches Picknick, einer wasserdichten Tasche für unsere anstehenden Kayakabenteuer und einiger anderer Dinge (die aber in der kurzen Zeit auch schon zum Einsatz kamen). Wo wir auch waren, die Kiwis sind einfach total nett. Kleines Beispiel: wir kaufen bei strömendem Regen eine Picknickdecke und die Verkäuferin meint zu uns, dass sie uns besseres Wetter für den Einsatz der Decke wünscht. Wie erfrischend im Gegensatz zur deutschen Grummeligkeit. Sonst waren wir nur auf einigen Wochenmärkten und im botanischen Garten. Vor 3 Tagen sind wir dann gen Norden aufgebrochen, auch hier auf der Strecke eher mäßiges Wetter, um es positiv auszudrücken. Da die Wettervorhersage für den Folgetag dafür umso besser ist, buchen wir unsere Whale Watching Tour. Zwischen Helikopter, Flugzeug und Boot entscheiden wir uns letztlich für das Boot, weil wir dem possierlichen Tierchen damit am nächsten kommen. Und wer Dani kennt, der weiß, auf diese Begegnung wartet sie schon viele Jahre und der eine oder andere erfolglose Versuch ist auch schon gestartet worden. Es regnet den gesamten Tag und Abend... Trostlos. Zudem in unserer Unterkunft kein Fernsehen und kein Internet. Zum Glück helfen uns das von Erkan und Kai geschenkte Skipbo und Cuba Libre über die Abende hier. Am nächsten Morgen ziehen wir die Vorhänge auf und sind angemessen überrascht - wunderschönstes Panorama direkt vor unserer Tür, eine tolle Bucht und dahinter grüne Hügel und schneebedeckte Berge. Wir machen uns zum Tourausganspunkt auf, am Check-in steht auf der Tafel sea sickness warning. Ich frage die Dame am Schalter, wie ernstzunehmend diese Warnung ist, sie meint aber, es wären nur 1,5m hohe, lange, gleichmäßige Wellen. Vorsichtshalber nehmen wir eine Reisetablette und auf geht's. Die Sichtungsquote liegt bei 98%. Auf dem Display steht, pro Tour werden 1-2 Wale gesichtet. Ich bange schon darum, überhaupt etwas zu sehen, weil ich an der falschen Stelle stehe, mir jemand im Bild steht oder ähnliches. Wir fahren los und schnell wird mir (Biene) klar, dass die Reisetablette offenbar Null anschlägt. Während des Fahrens mit hohem Tempo geht es noch, als wir aber in den Tracking-Modus umschalten (dann wird der Wal über ein großes Mikro im Wasser geortet), kommt es mir eher so vor als säßen wir in einer Nussschale, die fröhlich durch das Wasser gewirbelt wird. Und dann plötzlich wird die Übelkeit unwichtig: POTTWAL IN SICHT!!! Wir sind nur 15 Meter von ihm entfernt und er pustet Sauerstoff aus seinem Atemloch. Wir machen hunderte Fotos und sind ganz gebannt. Nach einigen Minuten verabschiedet er sich für die nächste Stunde von der Wasseroberfläche und zeigt uns noch seine Fluke. Dani ist ganz selig (ähnlich wie beim Koala), ich im Grundsatz auch, kämpfe aber gegen heftigen Brechreiz an. Die Tour sichtet regelmäßig auch Delfine, Robben usw, deshalb fahren wir in Richtung seichteres Gewässer. Auf dem Weg plötzlich: noch ein Pottwal!!! Bei der genannten Häufigkeit des Auftauchens ein echter Glücksfall! Wir sind erneut beeindruckt und glücklich. Anschließend fahren wir noch zu einem Robbenfelsen in der Nähe und dann geht's zurück. Zum Glück lässt die Übelkeit nach, der eine oder andere auf dem Boot sieht aber auch etwas grün um die Nase aus. Den Rest des Tages bestaunen wir noch die türkisblauen Riesenwellen, die auf den schwarzen Strand donnern, eine weitere Robbenkolonie in der Nähe und wandern ein Stück über die Halbinsel. Es ist wirklich wunderschön hier. Am nächsten Morgen ist das Wetter erst mal eher bedeckt, als es aufreißt, fahren wir zum Kayaktouranbieter. Ein älterer Herr, der uns am Vorabend beim Langustenfangen (er hat gefischt, wir essen sowas ja nicht) angesprochen hat, schwärmte so von der Tour. Als das Wort Delfin dabei fiel, war klar, dass Dani das machen will. Beim Touranbieter angekommen, entscheiden wir uns extrem spontan für die sofort beginnende Tour und werden belohnt. Jede Menge Robben sowie nicht 1,2 oder 3... nein VIER Blauaugen-Pinguine tauchen nacheinander in unserer Nähe auf. Zwei davon putzen sich ausgiebig sodass wir auf 2 Meter heranpaddeln können. Dieses Mal ist Biene im Glück. Leider sehen wir keine Delfine, die Tour ist dennoch sehr schön. Wie geschrieben planen wir morgen eine kleinere Wanderung, um die Buchten der Halbinsel zu erkunden, danach geht es weiter nach Hanmer Springs und danach zurück Richtung Christchurch, wo wir 2 Wochen auf der vorgelagerten Halbinsel verweilen werden. Dort sind Telefon und Internet nur sehr limitiert verfügbar, weshalb wir uns wahrscheinlich erst danach wieder melden. Bis dahin wünschen wir allen eine schöne Vorweihnachtszeit - wir genießen weiterhin die Sonne und die milden Temperaturen 😉! Dennoch hätten wir eine Bitte an Euch, damit auch wir uns auf Weihnachten ein wenig einstimmen können, hätten wir gern ein paar Bilder von Euch bei/während/nach der Weihnachtsvorbereitung. Also einfach mal beim Plätzchen backen an uns denken und mal ein Bild davon an unsere Mail oder per Whats App schicken! Das wäre ganz toll von Euch! Bis bald.

30.11.13 10:03, kommentieren

Australien / Neuseeland

Wie die meisten schon über den Link mit den Fotos herausgefunden haben: wir haben Koalas gesehen, gehalten und gestreichelt! Die waren unglaublich süß. Wir haben ungefähr eine Million Fotos gemacht. Und außerdem konnte man Kängurus mit der Hand füttern. Die waren ganz zahm! Und weich! Und hatten Kleine! Ein wunderbarer Tag, bevor wir uns dem erneuten Packen gewidmet haben. Das Wetter an unserem letzten Tag in Australien ist kaiserlich und wir beschließen ein wenig baden zu gehen. Brisbane hat da eine tolle kostenfreie Möglichkeit. Wieder einmal gibt es eine kostenlose Badelagune, die ihr vielleicht schon auf unseren Bildern gesehen habt. Wir laufen los und treffen...eines der beiden Mädels, die wir auf der "Highlight-Reise" Fraser Island kennengelernt hatten. Wir freuen uns über das Wiedersehen tauschen uns über unsere Australienerfahrungen aus. Zunächst noch eine spannende Geschichte zu unserem Fraser Island Aufenthalt, Jessi hat ein Mädel getroffen, die die 3 Tages-Camping-Variante auf der Insel gemacht hat. Das hätte uns erwartet: sämtliche Tourhighlights plus Übernachtung im Zelt, keine Dusche und keine Toilette-im Bedarfsfall muss man zu zweit los (der Dingo greift einzelne Personen eher an als zwei) und sich am Strand ein Loch buddeln! Statt duschen wird kurzerhand eines der Highlights zur Körperreinigung missbraucht! Da ist uns schon wieder alles aus dem Gesicht gefallen. Speziell wenn wir uns an Kevin erinnern, der uns erklärte, nur so könne man die Insel richtig kennenlernen-na schönen Dank auch! Jessi hat auch die Westküste bereist (der aufmerksame "Follower" unter euch weiß, dass wir nur die Ostküste gesehen haben) und wir nehmen uns vor, die Westseite sowie zumindest Melbourne und Philipp Island nachzuholen. Am Nachmittag brechen wir Richtung Airport auf, dort angekommen der Schock. Man erklärt uns, Dani müsste ihre Ausreise aus Neuseeland mittels eines Flugtickets aus dem Land nachweisen, sonst kämen wir nicht mal an Board des Flugzeugs. Wir hatten das auch schon gehört, dachten aber das gilt nur für Touristen mit 3-Monats-Visum. Wir diskutieren, aber es hilft nix. Sie sagt, wir sollen einfach ein voll stornierbares Ticket buchen und anschließend eben wieder canceln. Wohl oder übel gehen wir ins Reisebüro...das einzige! Der nette Mensch erklärt uns: "alles gar kein Problem, aber wir es gibt keine Tickets ohne Stornierungsgebühr, ich suche euch einfach das Günstigste raus"! We were not amused! 130 Dollar ist die Ansage und wir müssen in den sauren Apfel beißen, da es keine andere Option gibt. Ärgerlich! 4 Stunden später landen wir in Christchurch, Dani fragt nochmal nach und tatsächlich hätte man sie ohne dieses Ticket nicht einreisen lassen! Egal, wir freuen uns jetzt auf unser eigentliches Abenteuer-9 Monate am anderen Ende der Welt. Wir starten durch und gönnen uns ein Taxi-wir haben das vorher im Internet recherchiert und werden doch tatsächlich direkt wieder abgerippt! Der Fahrer addiert mal eben ne Flughafengebühr. Jetzt ist es 1 Uhr Nachts-wir mucken nur noch kurz auf und zahlen resigniert den geforderten Betrag. Unser Appartement muntert uns augenblicklich auf, denn es ist sauber, ruhig und wir sind für uns. Wir haben im Vorfeld beschlossen keinen Mietwagen zu nehmen, da Christchurch gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu bereisen ist. Am nächsten Morgen lautet also der Auftrag wie folgt: Handy-Prepaid-Karte besorgen und uns einen fahrbaren Untersatz besorgen. Wir steigen in den Bus und stellen fest, dass weder etwas angesagt noch angezeigt wird. Woher zum Teufel sollen wir jetzt wissen, wo unsere Haltestelle ist?! Die moderne Technik hilft weiter: mit einer App (tolle Sache CityMaps2Go) können wir uns in der City per GPS orten lassen und wissen immer genau wo wir sind! Wir fahren in das Viertel der Autohäuser und zuerst zu einem Backpacker-autohändler. Auch hier überrascht es euch sicher nicht mehr zu hören, dass das Thema relativ schnell erledigt war! Kommt nicht in Frage, die verlausten und verdreckten Campervans! Wir hatten aber gelesen, dass es ein gutes Auktionshaus für gebrauchte Autos gibt und gehen da hin. An dem Abend wurden rund 40 Autos unter 7000 Dollar versteigert. Da ist doch sicher was für uns dabei?! Man registriert sich kurz, bekommt eine Liste mit allen Fahrzeugen und kann sich selbige dann in Ruhe ansehen und Probefahren. 18:00 Uhr abends beginnt dann die Verteigerung! Nach cleveren Auswahlkriterien und ausführlicher Befragung der Angestellten bleibt ein in Frage kommendes Auto. Ne tiefergelegte Protzerkarre, die ausnahmsweise nicht stinkt und in einem guten Zustand ist. Auf der Liste steht auch zu jedem Fahrzeug eine zu erwartende Preisspanne, in unserem Fall 3.300-4.300 Dollar. Wir nehmen mit unserem Bieterkärtchen Platz und warten. Nr. 1-35 wird jeweils unter oder innerhalb der Preisspanne versteigert. Lustig hierbei-wir beide verstehen quasi kein Wort (schon auf Deutsch versteht man ja bei Versteigerungen kaum etwas), so schnell wird hier mit Zahlen, Daten und Fakten um sich geworfen. Dann ist unser Auto dran. Biene steigert mit, der Preis liegt bei 3.500 Dollar und es sieht gut aus, aber nur kurz, dann prasseln von allen Seiten Angebote herein und unser Limit ist erreicht und überboten! Am Ende geht der Wagen echt für 5.300 Dollar weg. Mist! Denn das bedeuted nicht nur, dass wir 4 Stunden sinnlos vor Ort waren sondern auch, wir müssen mit dem Bus heim und morgen weitersuchen. Alle erfolgreichen Bieter steigen dagegen in ihr neues Auto und fahren los...! Hier ist das alles recht einfach, man geht zur Post, meldet den Besitzerwechsel oder macht das online und 28 Dollar später ist das Auto deins. Keine Papiere, kein Fahrzeugschein, nix bürokratisches. Man braucht noch nicht mal einen festen Wohnsitz, selbst für die Versicherung nicht. Am nächsten Morgen, nach einer relativ schlaflosen Nacht und unzähligen Internetrecherchen haben wir 4 potentielle Autohäuser im Visier! Um kurz nach 10:00 Uhr sind wir im 1. Autohaus und werden direkt fündig. Unser neuer Wagen: Mitsubishi Legnum, ein riesiger Kombi! Es ist schwer einen Wagen mit Kofferraumabdeckung zu bekommen aber dieser hat alles, was wir wollen und brauchen. Probefahrt war okay, ich (Dani) war anfangs noch nicht überzeugt. Aber wann fahren wir sonst auch mal 16 Jahre alte Autos?! Nach einer zweiten Probefahrt mit einem anderen Auto, bin ich dann doch überzeugt. Wir handeln 1000 Dollar runter, bekommen noch eine Garantie für 12 Monate, ne Tankfüllung, Innenreinigung, Lackausbesserung und die Garantie, dass wir den Wagen nach den 9 Monaten wieder an das Autohaus zurückgeben können. 5 Stunden später holen wir das Schmuckstück ab und sind selig! In der Zwischenzeit gehen wir das erste mal in die Innenstadt, vor drei Jahren war dort unser Hotel. Wir laufen die Straße hinein und kommen schon unterwegs zu einem Denkmal. 185 weiß lackierte, leere Stühle, die an die Opfer des Erdbebens im Februar 2011 erinnern sollen. Uns verschlägt es hier schon die Sprache...! Wir gehen weiter und Biene erkennt unser Hotel-ich nicht! Damals befand es sich eingebettet von anderen Hotels in der Straße, heute steht es quasi allein-alle umliegenden Häuser mussten wegen der Schäden abgerissen werden. Auch unser altes Hotel und alle anderen Häuser in der Innenstadt sind nach wie vor gesperrt! Markierungen an den Türen, sagen uns das Datum, an dem man nach Opfern gesucht hat. Wir schauen in ein Café, dass nach dem Erdbeben offenbar nie wieder betreten worden ist. Tassen, Gläser, Tische, Pflanzen - alles wurde in der Panik stehen und liegen gelassen und nie wieder angefasst. Eine Geisterstadt. Noch immer wird hier nach fast drei Jahren abgebaut statt mit dem Wiederaufbau begonnen. Wieviel hier wirklich zerstört und beschädigt wurde, erfahren wir erst in einer Ausstellung. 70 % der Innenstadt ist nicht mehr zu retten. 50 % der Straßen müssen neu gemacht werden. Die meisten Firmen sind aus der Innenstadt in die angrenzenden Gebiete gezogen. Es wird weltweit die 3.teuerste Naturkatastrophe aller Zeiten. Kam das damals für euch in den Medien so rüber? Wir haben eine Gänsehaut angesichts des Ausmaßes, natürlich speziell an den Orten, von denen wir ein Foto oder eine Erinnerung haben. Und sind unsagbar traurig. Die Kathedrale ist total zerstört, damals gab es ein Bild von Dani mit einem riesigen Eis vor selbiger...2 Monate vor der Katastrophe. Uns fällt auf, dass es nur wenige Touris hier gibt und man erzählt uns, dass eben kaum noch welche hierher kommen. Andere erzählen uns, dass das Erdbeben die Leute wieder "down to earth" gebracht hat. Wir können erstmal keinen Unterschied feststellen, die Leute sind und waren stets nett und aufmerksam. Und trotzdem haben sie ihre positive Grundstimmung nicht verloren. Hier und da versucht man, zumindest ein paar. Blumen zu platzieren. Langsam beginnt man jetzt die Stadt wieder aufzubauen, man hat übergangsweise eine hübsche Containerstadt mit Shops und kleinen Imbiss- oder Cafebuden eröffnet. Die Pläne für das neue Stadtzentrum erinnern an die Hafencity, modern mit viel grün. Mal sehen. Am Dienstag fahren wir dann nach Kaikoura zum Whale- und Seal-Watching! Dafür haben wir uns jetzt erstmal ausgestattet, Bettwäsche und Bettlaken für die Unterkunft (man weiß ja nie) und eine wasserfeste Tasche für potentiell nasse Abenteuer! Wir werden wie immer davon berichten!

2 Kommentare 23.11.13 10:37, kommentieren

Australien 3

So ihr lieben Blogleser, Jetzt ist der erste Monat tatsächlich schon vorbei. Das heißt 1/12 der Entbehrung eines Wiedersehens ist vorüber. Und bis jetzt ist schon so unglaublich viel passiert. Seit 3 Wochen sind wir nun in Australien und hatten eine großartige Zeit. Leider haben wir natürlich viel zu viel Geld für die Ausflüge ausgegeben, aber wir kommen ja wahrscheinlich so schnell nicht wieder hier her. Und da müssen wir eben all die tollen Dinge machen. Nur bei den ganz teuren Ausflügen auf die Privatinseln haben wir uns doch fürs Auslassen entschieden. Nach unserem Rundflug haben wir uns weiter gen Süden gemacht. Nächster Stopp Agnes Water/Town of Seventeen Seventy (dort wo James Cook 1770 gelandet ist). Wir haben tatsächlich mal eine echt tolle Unterkunft. Es ist modern, sauber und mit Balkon für moderates Geld. Wir finden es sofort schade, dass wir nur 2 Nächte bleiben können. Am nächsten Morgen werden wir wiedermal durch "Affen-Kampf-Geräusche" geweckt-jedenfalls klingt es so, wenn der gemeine Molukkenibis mit seinen Freunden kommuniziert. Aber wir müssen eh früh raus zur Surfschule. Lorenzo unser Lehrer sammelt uns ein und wir sind heute nur 4 "Schüler"-quasi Einzelunterricht. Wir machen zunächst mal die Trockenübung am Strand und nach 3 Minuten Instruktion sind wir schon im wunderschön blauen und schön warmen Wasser. Dann heißt es "on your hop" d.h. wir sollen aufs Brett klettern und er schiebt uns in eine geeignete Welle. Unser einziger Auftrag lautet aufstehen. Gar nicht so einfach. Beim ersten Versuch belaste ich (Biene) mein Brett vorn zu sehr&falle volle Kanone in die Welle, einmal voll abgetaucht, das Brett über mir und sämtliche Atemwege durchgespült. Sehr guter Start. Aber da die Wellen nicht so riesig sind und Lorenzo Ausdauer im anschieben beweist, schaffen wir es einige Male die Welle zu reiten. Wir haben jedenfalls jede Menge Spaß dabei und viel gelacht. Einziger Minuspunkt: der Lehrer achtet nicht darauf, dass ich auf die Steinfelsen im Wasser zusteuerte. Naja nur ein paar kleine Schnitte am Fuß und an der Hand...Erinnerungen fürs Leben! Nach dem Halbtagskurs sind wir ziemlich kaputt und hungrig und Lorenzo fragt uns (nachdem er den einzigen Typen aus dem Kurs abgesetzt hat) ob wir noch auf einen Chicken-Burger mit zu ihm wollen. Wir 3 Mädels wechseln Blicke, jede scheint für sich das Risiko abzuwägen...da er aber sehr harmlos ist und wir 3 vermutlich mit ihm fertig würden, fahren wir mit. Eigentlich verwaltet er hauptberuflich ein echt schickes Apartmenthaus-zu dem wir jetzt auch fahren! Er bereitet die leckeren Burger in der BBQ -Area zu und wir quatschen über alles mögliche. Ein echt schöner Tag! Am nächsten Morgen fahren wir weiter nach Süden und unsere nächste Station ist Hervey Bay, wo der Besuch von Fraser Island geplant sind. Wir haben uns aus Kostengründen für ein Backpacker-Hostel entschieden, dort hatten wir ein Doppelzimmer mit eigenem Bad aber die Küche ist eben für alle. Das ist unser erstes Backpacker Hotel und wir sind gespannt - wir haben uns die Nr. 5 von ganz Australien für unsere Feuerprobe ausgesucht und was soll ich euch sagen...wir fanden es so richtig furchtbar! 😞 Unser Zimmer ist ein dunkles Loch und die Gemeinschaftsküche ist alles andere als hygienisch rein. Jeder spült sein Geschirr nach der Benutzung selbst aber wir beobachten einige bei fragwürdigen Reinigungsvarianten und spülen jetzt unser Geschirr vor und nach Benutzung. Noch mehr nervt uns aber das Gesülze der 18-20jährigen Teenie-Deutschen im Gemeinschaftsbereich, in dem wir uns der Internetverbindung wegen aufhalten müssen. Wir versuchen uns also so gut es geht dort fern zu halten und haben uns ja zum Glück für 4!!! Nächte im Hostel einquartiert. Wir waren uns ja sicher, dass dieses Jahr uns einiges lehren wird und das haben wir an dieser Stelle auch: dass wir die Erfahrung Backpacker Hostel nie hätten machen brauchen und diese Unterkunftsform in der Vergangenheit zurecht gemieden haben. Wir sind und bleiben Prinzessinnen! Tatsächlich sind wir jetzt froh, dass wir einen zweitägigen Ausflug auf Fraser Island gebucht haben und dort eine Nacht im Resort bleiben. Eigentlich wollten wir nur einen Tagesausflug machen aber Kevin (surfertyp aus dem "Reisebüro") sagt uns, dass wir auf jeden Fall mindestens 2 Tage fahren müssten und dass es so eine tolle 3 Tagestour gäbe mit zwei Nächten im Zelt. Wir erklären ihm vorsichtig, dass Zelt leider keine Option ist, er lacht und fragt nach ob es die Tour auch mit Hotel gibt. Er meint, wir wären die Ersten die nach so etwas fragen. Ich schlussfolgere dass sonst sicher nur "Graukappen" 😉 im Bus sitzen werden, da ja alle jungen Leute im Zelt schlafen, aber wir buchen die Bustour schließlich. Wiedermal ein Schnäppchen von 640 AUD. Die Tour beinhaltet 7 Highlights, die auf zwei Tage verteilt sind und natürlich die Insel selbst. Der Bus hat einen Allrad-Antrieb und nach 2 Minuten auf "Fraser" wissen wir wofür! Die Insel besteht ausschließlich aus Sand und so fahren wir querfeldein und sehen einige verzweifelte Jeep-Fahrer (man konnte auch einen Jeep anmieten und selbst die Insel erkunden), die sich festgefahren hatten. Wir lernen zwei Backpacker-Mädels kennen, eine Deutsche und eine Holländerin, und wir tauschen uns aus. Wo kommst du her, wo willst du noch hin usw. Die beiden sind ausschließlich in Mehrbettzimmern im Hostel und was sie so erzählen, rückt unser dunkles Doppelzimmer wieder in ein anderes Licht. Die Highlights der Insel sind in unseren Augen kaum als solche zu bezeichnen. Am Abend gibt es ein Buffet im Hotel und das Essen ist ganz gut. Mal was anderes. Auch die Backpacker-Mädels, die sich seit Wochen nur von Sandwiches ernähren (bezahlbar, Zutaten kann man ein paar Tage ohne Kühlung mitschleppen) sind im Paradies. Am nächsten Tag fahren wir auf dem einzigen Sandhighway der Welt (am 75 Mile-Beach) zum SS Maheno Schiffswrack, welches dort seit 1935 liegt und verrottet. Das war ein Highlight! Dann noch zum Indian Head, wo wir Stachelrochen und Schildkröten von einem Fels beobachten können. Die restlichen 5 Programmpunkte fanden wir öde. Zurück von der Tour im Backpacker-Hostel sind wir froh, dass die Holländerin auch da ist und wir eine nette Begleitung im Gemeinschaftsbereich haben. Da sie nur auf den Nachtbus wartet und kein Zimmer hat, bieten wir ihr unsere Dusche an, sonst hätte sie 5 AUD zahlen müssen. Sie erklärt uns anschließend, wie luxuriös sie unser Zimmer findet. Wir fragen uns langsam, ob wir total verwöhnt sind aber sie sagt, dass sie auch nicht so recht wusste worauf sie sich mit dieser Reise einlässt. Wir bezweifeln, dass ihr Jahresurlaub wirklich erholsam ist. Nach Hervey Bay machen wir eine Nacht Stopp in der Nähe von Noosa, eine sehr hippe aber unglaublich teure Stadt an der Küste. Wir ärgern uns ungemein über unsere sauteure und dafür sehr schlechte Unterkunft, genießen aber das schöne Städtchen Noosa. Seit gestern sind wir nun in Brisbane und genießen das erste tolle Apartment mit Blick auf den Brisbane River. Wir machen einen kleinen Promenadenbummel und treffen doch tatsächlich auf bekannte Gesichter aus Deutschland -Freunde von unseren Jungs. Wie klein ist doch die Welt. Nach drei Wochen haben wir den Mietwagen abgegeben. Ausschließlich ich (Biene) bin gefahren (Linksverkehr und Automatik, dazu noch horrende Gebühren für einen zweiten Fahrer lassen mich (Dani) entspannt auf dem Beifahrersitz Platz nehmen) und alles lief wirklich gut, bis zur Abgabe. Wir suchen am Airport von Brisbane die Abgabestelle für den Mietwagen-schauen links und rechts und dann schreie ich nur noch:" Stoppppp"! Plötzlich aus dem Nichts eine Schranke...geschlossen! Das wäre es noch gewesen. 3850 AUD hätten wir als Sicherheit hinterlassen müssen bis zur Klärung mit der Versicherung! Schock! Aber Biene bremst rechtzeitig und alles ist gut! Am Abende treffen wir uns noch mit den Bekannten und gehen tanzen. Sehr nett und jede Menge Potential zum Schmunzeln. Viel zu dicke Mädels in viel zu engen Kleidern und 21:00 Uhr sturzbetrunken (eigentlich wie in England)! Morgen planen wir noch einen Ausflug in einen Wildpark um nun endlich den äußerst scheuen Koala zu sehen (jede im Reiseführer angegebene Anlaufstelle zur Sichtung von freilebenden Koalas steuern wir erfolglos an) und wollen endlich ein Kuschelfoto. Ihr werdet ja sehen, ob eine Bild davon in der nächsten Auswahl landet! Dienstag geht es dann nach NZ und weitere 3 Stunden gehen uns zu euch verloren. 12 Stunden Zeitverschiebung! Wir melden uns von dort.

1 Kommentar 17.11.13 13:00, kommentieren

Australien Fortsetzung

Zunächst ein Nachtrag: das fanden wir beide ziemlich witzig! Angekommen in Brisbane nur anderthalb Stunden Zeit, durch die Immigration zu kommen, Koffer zu holen zum 2 km entfernten Domestic Terminal zu kommen und wieder einzuchecken um nach Cairns zu fliegen, mussten wir zusätzlich so einen Zettel zu den Einreisebestimmungen ausfüllen. Gefragt wurde ob wir irgendwelche Lebensmittel einführen. Da wir wussten, dass auch Neuseeland da sehr allergisch ist, haben wir natürlich nichts dabei gehabt. Alle die aber angegeben haben, nichts dabei zu haben und Ausländer waren wurden ausgesiebt, dann musste man sich in eine Reihe aufstellen, je 6 Leute mit Gepäck...(wir total genervt von dieser Prozedur-zumal wir nicht wussten, was das soll) dann öffnete sich eine Tür und eine Frau kommt mit einem süßen Labrador um die Ecke...an seinem Halsband steht " Biosecurity". Er beschnüffelt ein Gepäckstück nach dem anderen-alles sauber und wir dürfen gehen. So viel Zeit muss eben sein. Andere Länder, andere Sitten! Zurück aus dem Regenwald verweilen wir zunächst in Townsville und machen einen Ausflug nach Magnetic Island (der Name kommt daher, dass Capitain Cook damals bei der Entdeckung einen Auschlag am Kompass wahrnahm und dachte, es wäre eine magnetische Insel). Dort wollten wir hin, weil es da eine große Anzahl freilebender Koalas gibt. Wir mit der Fähre also rüber und einen tollen Strand nach dem anderen abgeklappert...zu Fuß...bei 32 Grad im Schatten schön den Hügel hoch und dann wieder runter in die Bucht...in Flip-Flops! Kein Koala bisher...! Dann machen wir am Nachmittag den "Forts Walk" weil man da "nahezu immer" einen Koala sieht...1,5 Stunden soll der dauern (Gerd ist bestimmt stolz auf so viel Wanderenthusiasmus)...wir beide völlig erschöpft stapfen los! 1 Stunde später wir am Ausgangspunkt zurück und was soll ich sagen...keine Sichtung!!! Menno! Dann zieht Biene doch noch ein Ass aus dem Ärmel bzw. Reiseführer, es gibt eine Rockwallaby-Sichtung und wir gehen hin...ein Highlight! Fotos folgen. Die Wallabies wurden immer zur gleichen Zeit gefüttert und kommen deshalb auch jetzt noch jeden Tag um Fünf raus. Zurück auf dem Festland starten wir am nächsten morgen weiter gen Süden. Nächstes Ziel Airlie Beach, hier gibt es wieder etwas mehr Action. Gestern (Donnerstag) haben wir den zweiten Schnorchelausflug zum Great Barrier Reef gemacht mit anschließender Wanderung zu einem Wahnsinns-Aussichtspunkt und Picknick an einem der schönsten Strände, an dem wir je waren. Los geht die Wilde Jagd auf einem zweimotorigen "Rennschlauchboot" wir haben schließlich 120 Km zurückzulegen, das Boot ist ziemlich voll also setze ich (Dani) mich auf eine Seite des Bootes-quasi auf den Schlauch und halt mich mit beiden Händen an den sicheren Halteschlaufen fest. Ich höre noch wie unser Guide diese Plätze als "Besten" anpreist und schon geht es los. Da wir im Regenwald schon auf einem solchen Boot unterwegs waren, mache ich mir keine Sorgen. Dann gibt er richtig Gas und schon nach zwei Minuten ist mein neues Sonnenhütchen weg :-( Ich hab zusätzlich Probleme meinen Körper an Board zu halten und bin nach 3 Minuten klatschnass...die Wellen befördern jede Menge lecker Salzwasser ins Boot. Aber ich sehe es als meine Mission die Menschen hinten im Boot vor Spritzwasser zu schützen! Am 1. schnorchelspot war das Wasser so trüb, dass man quasi nichts sehen konnte, was mehr als einen Meter entfernt war. Beim zweiten Stopp werden wir schon von einem Schwarm bunter Fische empfangen...wieder ein ganz tolles Erlebnis! Man kühlt allerdings auch bei 28 Grad Wassertemperatur extrem schnell aus und wir kommen mit blauen Lippen zurück an Board. Ich muss nicht erwähnen, dass ich mir einen neuen Platz gesucht habe. Dann fahren wir zum whitehaven Beach und dem Hill Inlet. Weißer Sandstrand mit türkisfarbenem Wasser...einfach unglaublich schön. Heute haben wir uns das ganze noch einmal von oben per Cessna-Rundflug angesehen und sind bis zum Outer Reef geflogen. Ich durfte vorn sitzen! Die Sitzplätze werden nach Körpergewicht verteilt- was will er mir damit sagen? Okay ich hab hier schon ein wenig zugenommen aber so schlimm...?! ;-) Ich freue mich über einen tollen Rundumblick und genieße den Flug und die Sicht auf das Reef und das Heart-Island...die Bilder werden nachgereicht. Morgen geht es dann weiter nach Agnes Water, dort machen wir einen Surfkurs-ich bin gespannt, schließlich hab ich immer noch Muskelkater vom Überlebenskampf auf "Thrilla" -unserem Schlauchboot von gestern. Inzwischen haben wir den Flug nach Neuseeland gebucht, am 19. geht es nach Christchurch! Bis dahin fahren wir noch nach Hervey Bay, dort gibt es wohl Wale und Fraser Island zu bestaunen, dann nach Noosa, wo wir einen neuen Versuch der Koala-Sichtung unternehmen und zuletzt nach Brisbane. Auf Sydney verzichten wir erstmal, weil es dort wieder Buschfeuer gibt und wir gehört haben, dass die Stadt vom letzten Mal noch schwarz ist. Wir werden Sydney aber auf dem Weg zu den anderen Zielen nachholen. Nach 3 Wochen Reise fühlen wir uns doch so langsam erholt. 😎

1 Kommentar 8.11.13 09:11, kommentieren