Südinsel die Letzte

Nach Tagen voll Traurigkeit haben wir versucht, uns aufzuraffen und unsere bisherige Reise- und Unternehmungslust nicht abreißen zu lassen. Also haben wir in der Abel Tasman Region ein paar kleinere Wanderungen unternommen und uns nochmal ein Kayak geliehen, um uns den Split Apple Rock anzusehen. Seit 4 Wochen haben wir übrigens perfektes Sommerwetter und genießen es in vollen Zügen. Wir waren auch mal wieder in einer "größeren" Stadt und haben einen deutschen Metzger gefunden. Dort haben wir uns erstmal eingedeckt mit Wurstwaren - das war ein Vesper-Fest kann ich euch sagen. Nach dem Besuch von zahlreichen Stränden in der Region sind wir weitergezogen in Richtung Marlborough Sounds. Das ist eine Fjordlandschaft im Norden der Südinsel welche flächenmäßig relativ klein ist, dafür aber 1/5 der gesamten Küstenlinie des Landes ausmacht. Der Pelorus Sound z.B. hat eine Länge von 40km und stolze 380km Küstenlinie. Wer hier wohnt, hat auf jeden Fall ein Boot, um die wunderschönen Buchten anzusteuern oder einkaufen zu fahren. Hier haben wir ein tolles kleines Haus mit Garten und Werkstatt. Die Sandflies sind hier leider ziemlich aggressiv, kaum einen Tag werden wir nicht gebissen. Und die Bisse dieser miesen Dinger jucken mindestens eine Woche. Letzten Freitag haben wir die Post ausgetragen, auf sehr ungewöhnliche Art und Weise! Wir sind mit dem Postboot in den Perlorus Sound rausgefahren und haben die Post am Bootssteg oder unterwegs übergeben. Das Boot fährt drei mal die Woche drei verschiedene Routen, so erhält jeder Anwohner nur 1x in der Woche seine Post oder die bestellten Lebensmittel. Es war eine 9-Stunden-Tour durch den Pelorus Sound und wir haben an diesem perfekten Sommertag eine Strecke von ca. 140km zurückgelegt. Highlight: Als wir in eine Bucht fahren ruft der Skipper schonmal "Pumba....Pebbles" und auf einmal sehen wir zwei Schweine auf den Bootssteg zu rennen. Jeden Freitag gibt es also Leckerlis für die beiden und sie stehen nun sabbernd ca 2 Meter von uns entfernt und warten auf ihre Belohnung für den anstrengenden Sprint. Ein insgesamt tolles Erlebnis. Wir haben auch wieder eine Wanderung unternommen. Schön, dass man immer vorher über alle Umstände informiert wird...! Es ist eine Wanderung entlang eines Flussbetts hoch zu einer Felsenschlucht, der Sawcut Gorge, die man durchqueren kann. In der Beschreibung steht, man müsse dafür ein paar mal den Fluss durchqueren. Auf dem Rückweg zählen wir mit und sind also an dem Tag 42 mal durch den Fluß gewatet! Aber das Wetter hat gepasst und insgesamt war es die Sache wert. Und die Turnschuhe sind auch wieder porentief rein. Hier gibt es natürlich auch wahnsinnig tolle Buchten und Strände. Gestern waren wir mal wieder baden und haben einen Anwohner kennengelernt. Peter hat uns gegen halb zwei schonmal auf ein Gläschen Wein eingeladen. Wir haben abgelehnt! Wir sind hier in einer Weinregion und ich wollte gerne eine Weinverkostungstour machen, aber die starten gegen 10 Uhr morgens und das ist für mich irgendwie nicht machbar. Naja, wir plaudern ein wenig mit Pete und Biene fragt ihn ob er von dem Phänomen gehört hat, dass das Wasser hier nachts leuchtet (korrekt heißt das wohl Phosphoreszenz, vielleicht kann ja einer unserer Lehrervatis das im Kommentar ordentlich erklären. Es hat auf jeden Fall was damit zu tun, dass Plankton über den Tag aufgenommenes Licht bei Geräuschen und Bewegung im Wasser wieder abgibt.) Peter kennt dieses Phänomen natürlich und bietet uns tatsächlich sein Ruderboot an, um nachts rauszufahren und es zu sehen. Wir gehen also halb neun rüber, trinken erstmal ein Weinchen und reden über alles Mögliche. Seine Frau Mary ist auch dabei. Als es dunkel genug ist, starten wir zum Strand. Peter hat Rettungswesten und Stirnlampen für uns und wir rudern los. Nichts zu sehen. Wir staunen aber wieder mal über den tollen Sternenhimmel. Nach einer halben Stunde geben wir etwas enttäuscht auf. Auf dem Rückweg glitzert plötzlich das vom Ruder bewegte Wasser. Wahnsinn! Biene wirbelt ein wenig Wasser mit der Hand auf und es leuchtet neongrün. Leider kann keine unserer Kameras das einfangen. Aber wir genießen das Spektakel und wirbeln jede Menge Wasser auf. Ein wirklich unglaubliches Erlebnis. Nach der Rückkehr gibt es ein Absackerweinchen zu viel bei Pete und Mary und wir finden uns heute im Sauren wieder ;-) Am Sonntag sind wir dann fertig mit der Südinsel und setzen mit der Fähre nach Wellington über. Mal sehen was die Nordinsel für Überraschungen bereit hält. Nachtrag Als wir die Fotos vorbereitet haben, ist uns aufgefallen, dass wir was vergessen haben. Wir waren noch am Pelorus River. Der ist nicht nur sehr schön und toll zum schwimmen, er ist auch Drehort gewesen für die aus dem Hobbit - Smaugs Einöde bekannte Fässerszene. Nur falls sich jemand fragt, warum wir da so rumgepost haben 😉

21.2.14 06:17

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