Bis auf die Knochen...

Wo waren wir? Ah, eine Woche in Napier. Die ersten Tage hat es oft geregnet, weshalb wir nicht allzu viel draußen sein konnten. Wir sind durch die tolle Stadt geschlendert, viele kleine Villen auf Hügeln, das Art Deco Design in der Innenstadt und das Meer am Ende der Promenade. Die Gegend Hawkes Bay ist für seine guten Weine bekannt. Wir hatten schon öfter mit einer Weintour geliebäugelt, die beginnt aber meist 10 Uhr morgens und um die Uhrzeit war uns noch nicht nach Wein (wie sich die Zeiten ändern?! ;-)) Also sind wir der Empfehlung unseres Vermieters gefolgt, haben das Mission Estate Weingut besucht und uns zur Feier des Reisebergfests jeder mal einen besseren Wein gegönnt. Als das Wetter dann besser wurde, konnten wir wieder ans Meer fahren und die Sonne genießen. Dabei haben wir uns noch das Craggy Range Weingut angeschaut, sehr stylisch und modern, leider war es zum Verkosten zu voll. Als wir uns auf dem Weingut umgeschaut haben, bittet uns ein Asiate, von ihm ein Foto zu machen. Ungelogen 10mal sagt er: Just one more! Und stellt, setzt und quasi legt sich vor verschiedene Hintergründe. Sehr vorteilhafte Posen und sicher Bilder für die Ewigkeit. Wir müssen uns zusammenreißen, nicht laut loszuprusten. Ostersonntag haben wir eine Tour zum Cape Kidnappers gemacht, dabei wird man von einem Traktor auf einem großen Anhänger über den Strand gefahren. Wegen des Regens in den Tagen zuvor war ein Teil des Cliffs abgerutscht. Das sah doch etwas bedrohlich aus und wir mussten ein Stück über die gefallenen Erdmassen laufen. Am Cape gab es dann eine tolle Aussicht und eine Tölpelkolonie. Die Tour war sehr schön, vor allem als die untergehende Sonne die Cliffs in ein tolles Licht tauchte. Man kann die Strecke natürlich auch laufen, was offenbar von einigen Menschen unterschätzt wird. Auf dem Rückweg haben wir insgesamt 9 Leute eingesammelt, alles Asiaten ohne Taschenlampen oder warme Kleidung... Die wären einige Zeit im Stockdunklen zurückgelaufen. Am Tag drauf waren wir in Havelock North um ins Kino zu gehen. Vorher hatten wir noch ein bisschen Zeit, um einen Kaffee zu trinken. Und um 15.30 finden wir im ganzen Ort kein offenes Café mehr!?! Zum Glück gibt's Mc Café, wo wir unseren Koffeinhaushalt auf Vordermann bringen können. Nach dem Kino auf dem Weg zum Auto fällt uns dann plötzlich auf: unsere Kamera! Hat das Jelchen bei Mc Donalds stehen lassen!!! Mist, die ganzen Fotos, und die teure Kamera!!! Wir fahren zu Mc Donalds und da steht sie, 3 Stunden später, unberührt an der gleichen Stelle... Unsere Kamera. Ein Riesenstein fällt uns vom Herzen. So was gibt es nur in Neuseeland! Selbst wenn einer die Kamera gefunden hätte, hätte er sie wohl bei einem Mitarbeiter abgegeben. Am nächsten Tag geht es dann weiter nach Rotorua, eine der wohl touristischsten Städte hier, in der es überall nach Schwefel und somit faulem Ei riecht. In unserem Motel hat man sich dafür entschieden, gegen den Geruch mit einem in bestimmten Intervallen automatisch sprühenden Raumspray anzugehen. Die Mischung finden wir so tödlich, dass wir das Duftspray in die Küche verbannen. Da sich Dani nicht für geothermale Aktivitäten interessiert, gehe ich allein ins Wai O Tapu Thermal Wonderland und bestaune Krater, blubbernde Mudpools, farbige und dampfende Pools. Dann fahren wir weiter nach Whangarei nördlich von Auckland. Auf dem Weg kommen wir nochmal an Hamilton vorbei, wo wir etwas suchen. Als wir vor ein paar Wochen schon mal hier waren, höre ich vom Beifahrersitz folgendes von Dani: Oh mein Gott, wie süß! Wir sind aber leider schon vorbei und ich frage: was denn? Dani: ein Miniesel. Ich soll aber nicht umdrehen, die nächsten Tage geht es aber immer wieder: der Esel, der war sooooo süß. Also sitzen wir nun im Auto und suchen die Stelle mit dem Babyesel. Und finden sie! Dani ist im Glück (das Gesicht war das gleiche wie als sie den Koala auf dem Arm hatte). In Whangarei haben wir die Tutukaka-Küste erkundet und eine Wanderung zu den Mermaid Pools gemacht, wie immer ausgestattet mit den besten Wanderflipflops. Auf der Karte sieht man ja nie die zu überwindenden Höhenmeter... Wir müssen an einer Stelle sogar ein Seil zum hoch- bzw. runterklettern benutzen. Am nächsten Tag waren wir an den Whangarei Heads, wo wir zwar kurz etwas nass geworden sind, danach aber einen tollen Regenbogen überm Strand sehen konnten. Und dann ging es weiter nach Omapere/Opononi, wo ich (Dani) 2 Wochen lang Knochen geschnitzt habe. Mein Lehrer Jim lädt seine Schüler ein, in seinem Wohnzimmer Knochen zu schnitzen. Erstmal äußerst fragwürdig, aber man gewöhnt sich schnell daran (die "Drecksarbeiten" passieren dann doch im Schuppen) und seine Werke zeigen, dass er es wirklich drauf hat. 2 Wochen lang habe ich also täglich neue Techniken und Designs in Rinderknochen geschnitzt, geschliffen, poliert...ich hatte jede Menge Spaß. Trotz der Sprachbarriere hier und da haben Jim und ich viel gelacht. Bilder folgen in der Auswahl. Wir haben in Opononi ein großes Haus mit riesiger Terrasse und Blick auf den Hokianga Harbour. Und da es hier auch im Winter noch 20 Grad warm ist, können wir immer wieder die Sonne auf der Terrasse genießen. An Danis freien Tag haben wir die Gegend erkundet, waren an den Kai Iwi Lakes und haben im Waipara Forest einen riesigen, fast 2000 Jahre alten Kauribaum gesehen. Sonst ist hier quasi nichts, kein richtiger Supermarkt, eine Tankstelle mit den bisher höchsten Spritpreisen und ein Geldautomat, der seit 3 Wochen nicht funktioniert... Dafür ist es hier so untouristisch und ruhig, dass wir das Land nochmal von einer ganz anderen Seite erleben. Und nun sind wir in Auckland, um die letzten Besorgungen für den Südpazifik zu machen. Und um unseren geliebten Mitsubishi zum hiesigen TÜV zu bringen... Zum 2. Mal... Der TÜV hier wird nicht von einer staatlichen Stelle durchgeführt sondern von jeder beliebigen Autowerkstatt, das heißt, Ahnungslosen kann man immer einfach eine teure Reparatur unterjubeln. In der Nähe vom Opononi waren wir also zum TÜV und sind durchgefallen. Die notwendigen Reparaturen kosten laut Angebot stolze 600 Dollar! Jim warnt uns, dass er von dieser Werkstatt beim letzten Mal über den Tisch gezogen wurde und wir sollen einfach in Auckland nochmal woanders TÜV machen lassen. Das besorgt uns etwas, schließlich kann es ja auch genau in die andere Richtung gehen und es wird noch viel mehr gefunden. Wir verbringen die eine oder andere unruhige Nacht deshalb. Gestern sind wir dann zur von unserer Unterkunft empfohlenen Werkstatt gefahren... Und sind wieder durchgefallen!!! Die notwendigen Reparaturen kosteten hier läppische 15 Dollar und wir sind durch. Wir können es kaum fassen! Unser Eindruck von Auckland in 2010 war nicht so gut, dieses Mal sind wir aber in dem total schönen Viertel Ponsonby, kleine süße Läden, Cafés und Häuser. Auch am Hafen ist hier einiges passiert und erinnert uns sehr an die Hafencity. Und irgendwie ist so eine richtige Stadt gerade auch eine schöne Abwechslung. Dennoch freuen wir uns total auf den Südpazifik. Dabei überspringen wir übrigens die Datumsgrenze sind dann 12h hinter euch. Also, wir schicken gleich neue Fotos und melden uns hoffentlich mal aus dem Südpazifik.

14.5.14 05:32

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Kerstin und Gerd (14.5.14 11:03)
Habe mir gerade eure letzten Reiseberichte durchgelesen und mir auch gleich di Fotos angeschaut.Bin wie immer total begeistert.Sind wieder total tolle Aufnahmen dabei und wenn man zu den Fotos eure Erlebnisse lesen kann ist das doppelt schön. Durch euch wird Neuseeland als Reiseland für mich auch immer interessanter.Tolle Schnitzleistungen von Dani,süßer Esel,schöne Strand-sonnenuntergänge aber auch schöne Fotos von Bines Alleingang. Wir wünschen euch einen guten Flug und viel Spaß in der Südsee.

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