Zurück in Australien

Yeah wir sind Weltmeister!!! Um das gebührend zu feiern, hat unsere Gastgeberin wieder die deutsche Flagge gehisst! Unsere Freunde Ian und James bieten uns an, uns nochmal auf einen Kaffee zu treffen und uns anschließend zum Airport zu bringen. Gesagt, getan! Wir starten in einen entspannten Abend im Airporthotel und reichlich früh am nächsten Morgen nach Melbourne. 4 Stunden Flugzeit, eine unserer leichtesten Übungen. Am Flughafen in Melbourne allerdings eine böse Überraschung. Während wir noch unser mitgebrachtes Obst vorm Zoll verzehren, müssen gefühlte 20 Airbus A380 angekommen sein. Jedenfalls sehen wir an der Immigration eine Schlange unermesslichen Ausmaßes...! 90% Asiaten! Wir ahnen Böses in Bezug auf die Arrival-Karten, die vorab auszufüllen waren und die sicher nicht verstanden wurden, was wiederum zu Verzögerung an der Biosecurity führt...Es kommt eine Flughafenangestellte vorbei, die immer wieder ruft: Australian Citizens left lane. Vor uns gucken sich die Asiaten fragend an. Die Dame wieder: Passport... Australia... Left. Manche halten ihr auch einfach wortlos ihren Pass hin und sie: yes, Australian Passport left side. Fragt man sich doch wieder, wie die an selbigen Pass gekommen sind!!! 2 Stunden später sind wir durch die Immigration, sammeln unser (ungesichertes) Gepäck in der Halle ein und stellen uns erneut für die Biosecurity an! Eine Dame spricht mit jedem über die Arrival-Cards. Selbige beinhaltet Fragen zum Gepäckinhalt. (Gefährdete Arten, Lebensmittel, Dinge die den Boden irgendwo berührt haben könnten usw.) Wir haben alles mögliche dabei und alles ordnungsgemäß angekreuzt. Die Asiaten um uns rum haben kistenweise Lebensmittel dabei aber nix auf der Karte ausgefüllt...ohne Worte! Trotz aller Lebensmittel werden wir zum Ausgang gewunken und haben es endlich geschafft! Danach holen wir den Mietwagen und brechen Richtung Great Ocean Road auf. Biene fährt-wie immer! Wir haben noch ca. 4 Stunden Fahrt vor uns. Das Wetter ist angenehm mild, um die 16 Grad und Sonnenschein. Am ersten Obststand gibt es erstmal Kirschen. Wir halten an einigen Stränden, sind aber froh als wir Apollo Bay und dort unser Hotel für 2 Tage in Sicht haben und uns nur noch um etwas zu essen kümmern müssen. In den Nachrichten hören wir dann, dass Kylie Minogue ca. 5 Kilometer von uns mit ihrem Kanidaten von X-Factor Australia war. Schade, nur knapp verpasst! Am nächsten Morgen sind wir wieder fit und brechen auf zum Cape Otway, dort soll man nicht nur einen schönen Leuchtturm sehen, sondern viel wichtiger: KOALAS in freier Wildbahn! Auf dem Weg dahin hagelt es erstmal! Plötzlich nur noch 4 Grad! Egal. Wir fahren in die Straße zum Leuchtturm und ab da mit nach oben gerichtetem Kopf, um Ausschau zu halten. Und dann plötzlich sehen wir einen kleinen dicken Koala im Baum sitzen. Offensichtlich ist es unser Glück, dass es ziemlich windet, denn die Koalas sind normalerweise weiter oben im Baum. Wir entdecken immer mehr der kleinen, süßen Bären im Eukalyptus. Einige klettern sogar ein wenig vor unseren Augen am Baum hoch und runter! Süß! Am Leuchtturm angekommen machen wir noch einen kleinen Walk. Ein Schild warnt uns vor Schlangen, und schon nach ein paar Metern muss ich Biene zurückrufen! Ein Wallaby ..5 Meter vor uns! Ich bin sicher, ein paar Schritte weiter hätten sich beide ziemlich erschrocken, denn als uns das Wallaby bemerkt, tritt es eilig die Flucht an! Auf den Leuchtturm hat Biene keine Lust und ich geh allein, das halbiert quasi den Eintrittspreis- wir Sparfüchse!!! Durch den Wind ist es ziemlich unbehaglich in 31 Meter Höhe und mein Ausflug ist von kurzer Dauer. Auf dem Rückweg nochmal Koalas bestaunt und eine Familie aus Deutschland im Camper getroffen. Die haben jetzt vier Wochen um von Melbourne nach Cairns zu fahren. Wir schätzen das auf ca. 5000 km plus Umwege! Sportlich! Am nächsten Tag freuen wir uns auf die 12 Apostel, aber nicht ohne uns von den Koalas zu verabschieden! Die rauhe, felsige Küste erinnert uns ein wenig an Kalifornien. Die 12 Apostel und die anderen Felsformationen weiter südlich sind schon ziemlich imposant und wie immer nicht richtig auf einem Foto einzufangen. Dank der Jahreszeit sind wirklich kaum Touris unterwegs, was wir sehr genießen. Wir sind dann weitergefahren Richtung Port Fairy, auf dem Weg machen wir schon mal Halt an der Whale Nursery von Warrnambool. Im Winter kommen die Wale hierher, um ihre Kälber zu bekommen und großzuziehen. Wir beziehen unsere erste über AirBNB gebuchte Unterkunft und wohnen bei einem Pärchen. Blöd nur, dass die bei unter zehn Grad draußen nur abends den Kamin anwerfen, der dann das gesamte Haus erwärmen soll! Keine Heizung im Zimmer und im Bad nur ein Mini-Heizstrahler. Naja, am nächsten Morgen machen wir uns früh auf, um von der Plattform in Warrnambool eventuell ein paar Wale zusehen! Ab um zehn sind wir also am Spot und um eins sind sie dann da! Ein Walweibchen mit Baby! Sie schwimmen die Bucht rauf und runter und das Kleine winkt mit seinen Flossen, klatscht damit aufs Wasser und springt sogar hin und wieder aus dem Wasser. Das alles ca. 50-70 Meter von uns entfernt! Es handelt sich um Southern Right Whales (Deutsch: Südkaper). Mama misst bestimmt 15 Meter (bis zu 18 Meter lang), das Kleine so 6m. Wir genießen es einfach. Abends erkunden wir noch eine kleine vorgelagerte Insel (Griffith Island) mit Leuchtturm, haben wundervolles Licht und treffen noch ein paar Wallabies! Am nächsten Morgen machen wir uns auf den Weg zurück nach Melbourne. Nach einer frostigen Nacht und dem unbeheizten Haus am Morgen drehen wir im Auto erstmal die Heizung auf. Wir wollen noch zu den bunten Badehäuschen am Brighton Beach, aber Melbourne steckt an diesem Tag in einer dichten Nebelwand! Welch ein Glück, wer das erleben durfte, das sagt zumindest die Nachrichtensprecherin abends und ergänzt, dass es dieses Phänomen nur alle 5 Jahre gibt! Naja wir haben ja noch vier Tage um zurückzukommen! Wir bringen den Mietwagen zurück und beziehen unser 2. AirBnB Zimmer. Diesmal in einem Apartmenthaus im 26. Stock und haben einen unfassbaren Ausblick! Das Zimmer ist toll und wir genießen das Großstadtfeeling. Natürlich ist auch hier die Stimmung gedrückt, da die Aids Konferenz stattfindet, zu der auch einige Passagiere des MH17 Flugs unterwegs waren. Überall sieht man niedergelegte Blumen und auch die Nachrichten zu dem Vorfall reißen hier nicht ab. 37 Australier waren an Bord des Flugzeugs! Wir sind immernoch schockiert! Melbourne hat ein paar sehr schöne Stadtteile und wir laufen fast überall hin, erstens weil die Stadt nicht so groß ist und zweitens weil eine Fahrkarte p.P. mal eben 2,60€ pro Strecke kostet! Sparwahn ist angesagt. Nach Brighton Beach fahren wir dann doch nochmal mit der Bahn (zu weit draußen) und versuchen ein Bild ohne die Massen an Asiatischen Touris zu machen...völlig aussichtslos! Vor mindestens jedem 2. der rund 100 Häuschen wird da wieder posiert, vorzugsweise mit dem üblichen Peace-Zeichen. Für den Weg nach Sydney haben wir einen Zug gebucht. Wir können gerade keine Flughäfen mehr ertragen, also kaufen wir für 60€ (ohne Ermäßigung, da kann sich die DB aber mal ne Scheibe abschneiden!) die Fahrkarte und fahren 12 Stunden gemütlich Bahn. Sehr viel Beinfreiheit und jede Menge Natur, Kängurus und Kakadus zu sehen! In Sydney teilen wir uns das Haus mit Tat, einem Grafikdesigner aus Singapur. Das Haus liegt in Surry Hills (angesagter Stadtteil, recht zentrumsnah). Tat ist sehr gesprächig (was uns ab Tag 3 ein bisschen auf den Keks geht), aber an sich ein sehr netter Typ mit vielen wertvollen Tipps und Infos. So gibt er uns bspw. einen Einblick in die Immobilienpreise. Dachten wir bislang, Hamburg wäre teuer, lachen die Australier über unsere Preise. Das 2 Zimmer Apartment in Melbourne kostet pro Monat 2.100€! Tats Haus ist knapp 90 qm groß, 2 Schlafzimmer, 1 Bad, kein Garten, 700.000€!!! Klar doch! An 1. Tag in Sydney gehen wir einkaufen, bei Aldi. Ein Fest können wir euch sagen! Zum einen ist alles viel günstiger als wir es von Australien kennen und zum anderen gibt es deutsche Leberwurst und Schwarzwälder Schinken. Die anschließende Brotzeit ist für uns also ein kulinarisches Highlight. Am Folgetag fahren wir das erste Mal zum Hafen und da ist es einfach wunderschön! Das Opernhaus beeindruckt uns deutlich weniger als die Harbour Bridge. Toll sieht es aus. Als wir uns langsam durch den Botanischen Garten Richtung zu Hause aufmachen, sehen wir eine Gruppe Menschen beim Füttern von Lorikeets und Kakadus - nichts wie hin! Dani bekommt etwas Futter und strahlt breitestens über ihren neuen Kakadufreund, der sich ordentlich in ihrer Hand festkrallt. Tags drauf steht der berühmte Bondi Beach und ein Walk an der Küste entlang auf dem Programm, wunderschöne Buchten mit Mittelmeerfeeling, und das so nah an der Stadt. Als wir am nächsten Tag nach Manly fahren und den Blick auf den Sydney Harbour und die Skyline genießen, meint Dani plötzlich: du wirst es nicht glauben, da unten sind Whale Watch Boote und daneben springt die ganze Zeit ein Wal! Tatsächlich können wir mit dem Fernglas und teilweise mit bloßem Auge den Buckelwal sehen. Sofort treffen wir die Entscheidung auch auf so ein Boot zu gehen. Aber für den nächsten Tag sind erstmal die Blue Mountains geplant. Wir machen uns also morgens auf und fahren mit dem Zug 2 Stunden nach Blackheath, um den spektakulären Govetts Leap Lookout zu sehen! Man nennt sie Blue Mountains, da sie überall bewachsen sind von Eukalyptus (leider nicht der, den unsere Koala-Freunde mögen), der ätherische Öle abgibt, die bei Sonneneinstrahlung bläulich schimmern! Wir fahren weiter mit dem Zug nach Katoomba, dort besichtigen wir das Highlight der Gegend, der Echo Point und die "Three Sisters"- eine Felsformation mit drei säulenartigen Felsen. Auch hier wieder massenhaft Asiaten, die eine Milliarde sehr professionelle Selfies von sich machen - auf den meisten sind sie zwar drauf, der Hintergrund aber nicht. Viele haben sogar eine Verlängerungsstange fürs Smartphone mit Selbstauslöser. Das finden wir gar nicht so doof, leider haben wir für sowas aber keinen Platz mehr im Gepäck. Vom Echo Point aus wandern wir weiter nach Leura durch die Wälder und entlang der Schluchten! Ein schöner Tagesmarsch von ca. 13 km. Danach fallen wir erschöpft in den Zug zurück nach Sydney. Abends müssen wir noch abwägen mit welchem Anbieter wir am nächsten Tag den Whale Watch Cruise machen wollen! Nach stundenlanger Recherche entscheiden wir uns für ein kleineres Boot und einen Nachmittags-Cruise. Mit an Bord eine Gruppe Jugendliche Deutsche...nur Mädels! Wir fahren raus aufs Meer und nicht lange hin, da springt ein Buckelwal in einiger Entfernung aus dem Wasser! Wahnsinn! Die Mädels kreischen ab jetzt bei jeder Aktivität des Wals, außerdem stimmen sie gemeinsam zu "atemlos" an! Mir wird übel :-) Es bleibt bei dem einen Wal, aber der ist dafür ziemlich aktiv und zeigt uns seinen weißen Bauch des Öfteren. Auf dem zweiten Boot des Anbieters ist ein Profifotograf dabei, der ein Spitzenbild macht! Unsere Fotoversuche sind eher kläglich, da man nie weiß wann und wo der Wal springt. Insgesamt aber wieder ein tolles Erlebnis. Abends kann man in den Botanischen Gärten und anderen Parks Flughunde zu Tausenden sehen, schon ein bisschen gruselig! Von Amy, unserer Gastgeberin aus Melbourne, haben wir den Tipp für eine Bar im 36. Stock des Shangri-La Hotels direkt am Hafen bekommen. Wir gehen abends hin und bekommen tatsächlich trotz Dresscodes (den wir mit unseren verbliebenen drei Sachen kaum noch erfüllen können) einen Tisch direkt am Fenster! Der Blick ist atemberaubend auf die Harbour Bridge und das Opernhaus bei Nacht! Die Cocktails um die 15€ sind gut aber nach einem machen wir uns wieder los-wir passen dann doch irgendwie nicht in das Gästebild. Die nächsten Tage besuchen wir noch die Watsons Bay, eine schöne Bucht mit Aussichtsplattform Richtung Ozean, die es uns ermöglicht dort nochmal aus der anderen Richtung Wale zu sichten. Dabei haben wir dann die 1. und zum Glück einzige Begegnung mit der australischen Polizei. Wir haben uns zum Wale sehen ein wenig abseits der Plattformen an einen Zaun gestellt. Dani hat sich auf selbigen gesetzt. Nach einiger Zeit kommen plötzlich 2 Polizisten und mir wird schon übel, weil ich mit einer Strafe für unbefugtes Betreten des Kliffs erwarte. Zum Glück bitten sie aber nur darum, dass wir hinterm Zaun bleiben, da die Stelle wohl bekannt ist für Suizide, bekommen die Beamten eine Meldung, wenn jemand den Zaun überquert. Wir wandern noch ein wenig zum Leuchtturm und genießen die Sonne-wir haben hier immer zwischen 16 und 23 Grad sehr angenehm. Sydney war insgesamt auf jeden Fall etwas Besonderes für uns! Die Stadt ist wirklich wunderschön, die Lage mit dem Hafen und den vielen Buchten ist einfach genial. Schade nur dass die Asiaten die Stadt und das Land so langsam einnehmen. Vor allem sind wir glücklich, dass wir insgesamt 6 Wochen Australien ohne schlimme Begegnung mit Spinnen erlebt haben! Am Sonntag, den 3.8. hieß es dann wieder alles zurück in den Koffer knüppeln und weiter nach Fiji!

14.8.14 11:16

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Kerstin und Gerd (17.8.14 11:13)
hallo, ihr Lieben das war ja wiederein ein total informativer Bericht und dazu dann die passenden Fotos, einfach toll. Wir können euch aber bestätigen, dass die Asiaten auch das Matterhorn und das Jungfrauenjoch voll im Griff haben. Die stellen sich in 3600m Höhe teilweise kurzärmlich und eine sogar im Schnee mit Flipflops in einer über 20m langen Schlange an, um einzeln vor einer Schweizer Flagge fotografiert zu werden. Was wir dort auch zum ersten Mal gesehen haben waren die Handyverlängerungen für die Selfies. Also wir hatten auch einen ganz tollen 9 tägigen Urlaub und wenn ich jetzt damit zu tun habe diese Eindrücke zu verarbeiten, dann habe ich eine ungefähre Vorstellung davon, wie es euch mit eurer Reise gehen muss.
Ganz liebe Grüße aus Klettbach und weiterhin ales Gute.

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