Klappe, die letzte

Es geht nach LA. Flug mit United war ganz angenehm und neben uns saß ein total netter junger Mann, mit dem wir den halben Flug über geplaudert haben. Das finden wir immer sehr nett, wie leicht man mit allen ins Gespräch kommt. LA an sich gefällt uns auch beim zweiten Besuch kein Bisschen! Dreck, Smog, Obdachlose so weit das Auge reicht. Unsere Unterkunft ist in einem Haus mit einem älteren schwulen Paar, die allen Ernstes jeden Tag um 3:30 Uhr aufstehen... "Da ist es noch angenehm kühl und ruhig und wir können meditieren"! Naja, am ersten Tag haben wir Tickets für die Aufzeichnung der Serie Mike & Molly als Publikumsgäste. Wir verbinden den Ausflug nach Burbank mit einer Warner Brothers Studio Tour. Selbige fanden wir aber leider öde und überteuert. Die Kulissen sind aus irgendwelchen Filmen, die ca. 40 Jahre vor unserer Geburt gedreht wurden bzw. erkennt man kaum etwas aus den Szenen, von denen da erzählt wird. Das einzig tolle waren Teile des Sets der Serie Friends und das Studio von Two and a half men. Die Dreharbeiten von Mike & Molly dagegen waren ziemlich witzig. Melissa McCarthy spielt die Hauptrolle und wir haben viel gelacht. Das Publikum sitzt da aber auch mal eben 4 Stunden im Studio. Mit Wasser, Pizza und einem Alleinunterhalter wird man davon ganz gut abgelenkt, wir bekommen eine Tasche der Serie und Auogramme der Stars. Das ist schon aufregend, vor einer richtigen Hollywoodgrösse zu stehen. Schade, dass man nicht fotografieren darf. Am Tag darauf brechen wir ins Outlet-Center auf. Wir wissen noch von 2012, dass man dort das eine oder andere Schnäppchen schlagen kann. So bekommt man auch ganz locker einen Tag rum. Shoppen hat uns etwas gefehlt und über die Zeit musste einiges an Klamotten entsorgt werden. Abends fahren wir noch auf den Hügel zum Hollywood-Sign und Griffith Observatory und schauen uns den Sonnenuntergang an. Dazu gibt es kostenlose Sternbeobachtung und so können wir durch ein riesiges Teleskop (natürlich Carl Zeiss Jena) den Saturn mit 2 Ringen sehen. Der Hobby-Astronom, der die Touren führt, ist selbst ganz aus dem Häuschen ob dieser Entdeckung (das sieht man wohl nicht jede Nacht). Der Blick auf die unzähligen Lichter der Stadt ist dann doch recht beeindruckend. Am letzten Tag in LA fahren wir zum Venice Beach...nur Verrückte dort. Marihuana ist schließlich als Medizin legal in Kalifornien. Und Medizin benötigen hier einige! Wir schauen uns die Venice Canals an, ein hübsch angelegtes Wohnviertel sowie Drehort aus einigen Filmen und genießen die Atmosphäre. Dann brechen wir auf um die Nationalparks zu erobern. Zuerst nehmen wir Kurs auf den Yosemite NP und dort gibt es einiges zu sehen. Wir benötigen einen ganzen Tag, um alles zu sehen; und haben dabei gerade einmal einen Bruchteil der möglichen Wanderungen gemacht. Das Yosemite Valley beeindruckt uns sehr, der Blick vom Glacier Point haut uns dann aber richtig um, hunderte Meter geht es in die Tiefe und majestätisch erheben sich die Berge über das Tal. Zum Sonnenuntergang hat man uns eine Stelle empfohlen und wir rennen quasi noch zu einem anderen Aussichtspunkt, damit wir alles gesehen haben. Oben auf dem Sentinel Dome ist es zum Sonnenuntergang dann tatsächlich eine besondere Stimmung. Auf dem Weg dorthin sehen wir niedliche Eichhörnchen und Streifenhörnchen und hoffen, dass uns die Begegnung mit einem Bären erspart bleibt. Auf dem Rückweg haben wir also aus vollen Hälsen gesungen, um die Bären von uns fern zu halten....mit Erfolg! Danach geht es weiter zum Death Valley Nationalpark. Im "Tal des Todes" haben wir unfassbare 40 Grad im Schatten und wollen das klimatisierte Auto gar nicht verlassen. Der Ausblick von einem höher gelegenen Aussichtpunt bringt nicht gerade nackte Begeisterung - auf dem Weg nach unten begegnen wir noch einer Vogelspinne, die gemütlich vor uns die Straße überquert! Fassungslosigkeit im Auto! Unten am Badwater Basin sehen wir am nächsten Morgen Dreharbeiten! Biene meint: "Guck mal, der Dicke da sieht aus wie Gerard Depardieux" und liegt sogar richtig. Der steht da in der Sonne und schwitzt wie verrückt. Wir laufen gefühlte 30 Meter und müssen wegen der drückenden Hitze umgehend ins kühle Auto zurück. Der Zion Nationalpark erwartet uns als nächstes. Dort gab es am ersten Tag schwere Unwetter und Springfluten. Wir warten also ab und gehen erst am nächsten Tag los. Wir wandern zu einem Punkt, den man Angels Landing nennt. Die letzten 800 Meter klettert man ungesichert an einem Handlauf-Seil auf einem wenige Meter breiten, steilen Weg; daneben geht es hunderte Meter in die Tiefe...wir ersparen uns das mal! Zu gefährlich und zu voll. Wir beobachten die waghalsigen Manöver aus sicherer Entfernung. Erst im Sommer ist dort eine Frau in die Tiefe gestürzt. Am Abend erfahren wir noch, dass in der Springflut am vorherigen Tag ein junger Mann ertrunken ist und unweit der Stelle, an der wir am Flussufer lang gewandert sind, gefunden wurde. Gruselig! Wir hätten die Leiche also auch irgendwo sehen können. Bleibt noch der Bryce Canyon, da sind wir noch einmal ziemlich beeindruckt und wandern unter "Thors Hammer" durch das Valley. Dann fahren wir noch zum Lake Powell und besuchen die Horseshoe Bend des Colorado River und gehen noch zwei Nachmittage im See baden. Dort erfahren wir leider auch, dass unser AirBnB Gastgeber für New York unseren Aufenthalt storniert hat. Wir müssen also was neues finden! In der Hauptsaison!! Für eine Woche später!!! Wir sind so richtig angefressen! Unser Budget sieht keine Extra-Ausgaben mehr vor! Wir fragen ca. 25 Unterkünfte an, da Hotels preislich nicht in Frage kommen. Zwei Zusagen erhalten wir schließlich und wohnen jetzt in Brooklyn. Dann fahren wir zurück nach LA. Wir haben gelesen, dass Lorde (eine 17jährige Sängerin aus Neuseeland, deren Musik uns das ganze Jahr begleitet hat) ein Open Air Konzert gibt und beschließen, zum Ort des Geschehens zu fahren und zu sehen ob wir vom Park nebendran was hören können. Ich (Dani) beschließe, mal an der Kasse nach Resttickets zu fragen, obwohl die Show eigentlich ausverkauft ist. Tatsächlich ergattere ich 2 Tickets und wir genießen einen schönen Abend Open Air bei 28 Grad unterm Vollmond zwischen lauter Teenies mit schwarzem Lippenstift. Am nächsten Tag verbringen wir Bienes Geburtstag fast ausschließlich auf dem Gelände der Warner Brothers Studios. Wir sind extra noch einmal nach LA gekommen, um bei den Dreharbeiten von 2 broke girls dabei zu sein. Nachdem wir schon einige Stunden auf den Einlass warten, gehen die Dreharbeiten dieses Mal geschlagene 6h und wir sind danach ziemlich fertig. Dafür lachen wir sehr viel, sehen, wie viel Spaß die Darsteller selbst haben und es ist ein wunderbares Erlebnis, ein kleiner Teil einer unserer Lieblingsserien zu sein. Leider müssen wir nachts noch nach Las Vegas, weil wir unser Hotel nicht mehr umbuchen konnten. Als erstes stehen wir um Mitternacht in LA im Stau - der Verkehr ist einfach eine Katastrophe! Am Ende sind wir gegen 5 Uhr morgens im Bett. Den Abend darauf verbringen wir auf dem Las Vegas Boulevard, der einfach immer wieder toll ist! Die Lichter, die Wasserspiele am Bellagio... Wir versuchen unser Glück an einigen Automaten, irgendwie fehlt uns aber insbesondere fürs Roulette heute das Gefühl, also geben wir bald auf. Am nächsten Abend geht es dann nach New York...der finalen Station unserer Reise! Am ersten Tag finden wir Brooklyn noch etwas gewöhnungsbedürftig, es gibt viele junge, hippe Leute, aber eben auch noch einige alte Mieter, die immer mehr verdrängt werden. Zum Glück ist einer unserer Mitbewohner, Alexis aus Frankreich, auch neu in der Stadt. Mit ihm erkunden wir die Stadt und ziehen abends um die Häuser. Für uns vor allem schön, dass wir immer eine männliche Begleitung haben. New York ist zwar auch laut und schmutzig, dafür hat die Stadt im Gegensatz zu LA aber unglaublich viel zu bieten! Unser Tagesprogramm ist immer straff und wir sehen in einer Woche bei weitem nicht alles! Wir spazieren durch Manhattan, gehen aufs Empire State Buildung und sehen einem atemberaubenden Mondaufgang direkt hinterm Chrysler Building. Wir genießen die Atmosphäre im angesagten Stadtteil Williamsburg und bestaunen den Sonnenuntergang auf der Brooklyn Bridge. Wir erkunden bei bestem Wetter den Central Park und fahren ans Meer nach Coney Island. Tags drauf gehen wir aufs Rockefeller Centre und abends zu einem Basketballspiel der New York Knicks. Vor uns sitzt eine Familie mit 3 Kindern, alle von oben bis unten Fanbekleidung gehüllt, die die ganze Zeit total mitfiebern. Sehr unterhaltsam. Natürlich schauen wir uns auch die Freiheitsstatue an, jedoch nur aus der Ferne von der kostenlosen Staten Island Ferry. Am World Trade Centre Denkmal bekommen wir Gänsehaut, es ist unglaublich, dass diese Türme hier einst standen und auch einstürzten. Auf den Seitenrändern des Monuments stehen die Namen aller beim Anschlag verstorbenen Personen und wir müssen unsere Freunde die Asiaten dabei beobachten, wie sie sich auf diese Mauern mit den Namen legen, damit sie ein schönes Selfie von sich machen können. Einfach unglaublich diese Menschen, wir nennen sie mittlerweile nur noch "Crasians" (crazy asians). Am letzten Abend gehen wir mit unserem Gastgeber noch sehr lecker beim Italiener essen und lassen uns noch ein paar Geschichten von richtigen New Yorkern erzählen, so z.B. dass sie die Wohnung zum November gekündigt haben, der Vermieter wollte die Miete wegen der Nachfrage in Bushwick um 300 Dollar IM MONAT anheben! Für die 80 qm Wohnung, in der Schallisolierung ein absolutes Fremdwort ist und der Bus morgens quasi durchs Zimmer rollt, haben sie bisher auch so stolze 3.000 Dollar bezahlt!!! Zurück im Apartment klettern wir noch aufs Dach unseres Hauses, von dem man Manhattan sehen kann und genießen die lauen Temperaturen auf der Terrasse. Ein gelungener Abschluss. Am Abreisetag geht unser Flieger erst 20.30 Uhr und so verbringen wir den Vormittag noch in unserem Viertel und fahren zur High Line, einer stillgelegten Bahnlinie, die nun als Parkanlage dient - ein traumhaft schöner Ort, der einen aus dem Gewusel der Stadt entführt. Und dann ist es tatsächlich vorbei, ein unbeschreibliches Jahr voller Abenteuer, unzähliger Eindrücke, sehr viel Sonne und Meer geht zu Ende. Wir freuen uns auf zu Hause, sind aber auch sehr traurig, dass wir dem Alltag nicht noch länger entfliehen können. Wir werden dieses Jahr wohl nie vergessen und freuen uns, dass ihr auf diesem Weg immer auch ein Bisschen dabei sein konntet! Vielen Dank für die Aufmerksamkeit

30.10.14 22:48

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bisher 5 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Isi (30.10.14 23:00)
Der Dank gilt Euch-dafür dass Ihr Eure Erlebnisse mit uns geteilt habt. Und tatsächlich waren wir das ganze Jahr in Gedanken bei Euch. Aber Presseklub-never ever again 👻


Biene (30.10.14 23:20)
Da hast du recht, das Gruselkabinett werden wir nie wieder besuchen!


(3.11.14 10:54)
Hallo Ihr Zwei,

es war einfach nur toll immer wieder Neuigkeiten von euch zu erhalten. Vor allen Dingen habt ihr alles richtig gemacht - denn dieses Jahr kann euch keiner mehr nehmen!
Sicherlich ist der Start jetzt mit einigen Schwierigkeiten verbunden, aber nach kurzer Zeit,
wenn ihr euch wieder ein kuscheliges Zuhause geschaffen habt, werden ihr sicherlich lächelnd euch zurücklegen und bereits von einer neuen Reise
träumen. Danke auch für die tollen Fotos, an denen wir uns stets erfreut haben! Es ist schön zu wissen, dass ihr wieder da seid!


Patty (3.11.14 10:57)
Hallo Ihr Zwei,

ich vergaß zu erwähnen, dass der vorherige Text
von mir kommt.

Also nochmals:

Es ist schöne zu wissen, dass ihr wieder gesund und munter da seid!

Ganz liebe Grüße

Patty und Familie


(8.11.14 18:01)
Hallo Mädels,
wieder mal total Klasse Euer Blog und die knaller Fotos dazu...!!
Hab wieder viele Fotos gespeichert.;-)
Sollten wir uns mal einen oder mehrere Orte anschauen, nehmen wir bestimmt Eure Reisebeschreibung mit. Das ist auf jeden Fall ein Garant für gelungene Ausflüge!! Solche Bilder sieht man sonst nur in langwierig gedrehten Filmdokumentationen...
Ja, schade das es vorbei ist! Mir werden Eure Geschichten und Bilder sehr fehlen.
Schön ist im Gegenzug dazu, daß Ihr wieder erreichbar seid!
sehr egoistisch, nicht...;-)
Seid nicht traurig! Wenn Ihr Sehnsucht habt, lasst einfach die Bilder und Erlebnisse in Euren Gesprächen wieder auferstehen! Da Euch ein emotionales Band daran bindet, ist es viel intensiver, als bei uns, die nur die Fotos gesehen haben.
Also Ihr Lieben, wir wünschen Euch einen guten und erfolgreichen Start in Euer neues Leben.
Darauf und auf Euch stoßen wir an, mit einem zünftigen Kölsch javascript:insertSmilie('');
Mama und Udo

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